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Das historische Hotel des Jahres 2007

Hotel Krafft, Basel

1872 kaufte Ernst Krafft in Kleinbasel drei mittelalterliche Handwerkerhäuser und liess an deren Stelle durch den Basler Architekten Ferdinand Iselin das vierstöckige, siebenachsige Hotel an der Rheinpromenade errichten. 1873 wurde der Betrieb eröffnet, der Hotelgäste und Pensionäre aufnahm, so von 1921 bis 1923 den Schriftsteller Hermann Hesse, der im Krafft seinen Roman «Der Steppenwolf» schrieb.

1946 übernahm die Familie Waldmeyer das Hotel. 1958 wurde das Haus renoviert, rheinaufwärts um zwei Achsen erweitert und im Dach eine Loggenetage eingefügt. 2002 kaufte der heutige Pächter, Franz-Xaver Leonhardt, das gealterte Hotel. 2003 wurde die Stiftung Edith Maryon Eigentümerin des Hotels. 2004 erfolgte die Erneuerung des Restaurants, des Eingangsbereichs und der Küche; 2005 fand die Erneuerung der Fassaden und der Gästezimmer statt.

Das Hotel Krafft ist ein klassisches Stadthotel, dessen ursprüngliches Raumgefüge sich samt der Erschliessung durch ein offenes Treppenhaus erhalten hat. Ein intimer Salon liegt auf der Gassenseite. Auf der Rheinseite erstreckt sich der helle Speisesaal mit Blick auf Grossbasel. Die reizvolle Gartenwirtschaft ist mit qualitätvollem Mobiliar bestückt. In den Gästezimmern wurden Baueingriffe von 1958 korrigiert und die alten Raumproportionen wieder gewonnen. Das Mobiliar ist mit Schweizer Typenmöbeln aus den 1950er Jahren sowie mit Schrankelementen ergänzt worden. Bäder und Böden wurden renoviert. Auf jeder Etage findet sich eine Ausschankstelle für «Basler Wasser»; so konnte auf die Minibar verzichtet werden. Die Krafft AG als Betreiberin hat mit der Architektin Barbara Buser, Basel, und der Innenarchitektin Ursula Staub, Bern, das Stadthotel wieder zum Erlebnis gemacht.

Die Prämierung des Hotel Krafft zum «Historischen Hotel des Jahres 2007» gründet auf den mit Bedacht eingesetzten Mitteln bei der jüngsten Erneuerung und auf der Rücksichtnahme der erhaltenswerten Bausubstanz, Typologie und Ausstattung. Sie honoriert die mit frischer Gestaltungskraft eingefügten zeitgenössischen Ergänzungen und vor allem die Begeisterung, mit der die neuen Betreiber das historische Stadthotel beleben und beseelen.