Das Kloster St. Johann in Müstair
Der Klosterkomplex im Münstertal in Graubünden ist seit 1983 anerkanntes Weltkulturerbe.
Die Legende erzählt, dass Karl der Grosse nach seiner Krönung zum König der Langobarden 774 in einen Schneesturm geriet und heil davon kam. Aus Dankbarkeit stiftete er das Kloster in Müstair, wofür die Stuckfigur in der Kirche Zeugnis ablegt. Als Mönchskloster gegründet, ist es seit dem 12. Jh. ein Frauenkonvent; heute leben hier zwölf Benediktinerinnen. Seit 1983 gilt das Kloster als UNESCO Welterbe. Klösterliches Leben, Kulturpflege, Museum, Forschung und Restaurierung fügen sich hier zu einem einzigartigen Ganzen zusammen.
Die Klosteranlage vereint 1200 Jahre Geschichte. Die Kirche und der Plantaturm mit seinen Schwalbenschwanzzinnen bilden das charakteristischste Wahrzeichen von Müstair. Der Klausurbereich umfasst zwei Innenhöfe, Arbeits- und Wohnräume der Nonnen sowie mehrere Kapellen und einen grossen Nutzgarten. Im Westen liegt der mittelalterliche Wirtschaftshof mit einem durch Figuren geschmückten Torturm. Vor dem Kircheneingang befindet sich die Heiligkreuzkapelle aus dem 8. Jh., welche zur Zeit restauriert wird.
Die Klosterkirche aus der Gründungszeit (8. Jh.) ist seit 500 Jahren auch Pfarrkirche von Müstair. Sie beherbergt den grössten erhaltenen Freskenzyklus aus dem Früh- und Hochmittelalter: karolingische und romanische Malereien schmücken die Wände und die drei Apsiden. Diese stellen die ganze Heilsgeschichte in Bildern dar. Sie erzählen das Leben des Königs David aus dem Alten Testament, die Kindheit, das Wirken und Leiden Jesu, die Schicksale der Apostel sowie die Himmelfahrt und die Wiederkunft Christi.
Das Museum befindet sich im Plantaturm, im wohl ältesten Wohnturm (10. Jh.) im Alpenraum. Es erlaubt einen Blick in die Klosterräume, vom Kreuzgang über das gotische Refektorium bis hin zu barocken Zellen. Zudem werden Schätze aus dem Kloster gezeigt: karolingische Fenstergläser und Flechtwerkplatten, mittelalterliche und barocke Skulpturen und eine seltene Tischorgel. Der Klosterladen bietet Hintergrundinformationen sowie handwerkliche und kulinarische Spezialitäten aus dem Kloster und aus der Region.
Weitere Informationen : museum & butia, Kloster St. Johann, CH-7537 Müstair, www.muestair.ch.
Weitere Informationen zur Region : Magischen Rätischen Dreieck.



